Das Rock Desaster

-Beitrag enthält unbezahlte Werbung wegen Bezugsquellennennung-

Eigentlich wollte ich heute ganz stolz einen schönen Rock aus einem tollen roten Gabardinestoff präsentieren. Wie gesagt, eigentlich. Was nun folgt ist eine Beschreibung von meinem größten Nähdesaster, das ich bisher hatte: Ich habe mir vor ein paar Monaten als ich mit dem Nähen anfing, das Buch „Liebe auf den ersten Stich“ von Tilly Walnes gekauft. Ganz optimistisch war ich damals an die Projekte heran gegangen und musste dann feststellen, dass das alles viel zu schwierig für mich war. Dabei hat das Buch so viele positive Bewertungen und Rezensionen und soll mit seinen Anleitungen auch für absolute Anfänger geeignet sein. Weit gefehlt, wenn ihr mich fragt…

Mit ein bisschen mehr Selbstvertrauen und erneuter Motivation habe ich mir das Buch vor ein paar Tagen wieder hervorgekramt mit der Überzeugung, es dieses Mal hinzukriegen. Mein Blick fiel sofort auf den Rock „Delphine“. Doch auch einige Wochen später, mit ein bisschen mehr Näherfahrung, auch in Sachen Kleidung, musste ich gestern Abend feststellen, dass ich immer noch genauso ratlos vor dem Buch sitze, wie am Anfang. Es ist sooo viel schief gegangen. Angefangen dabei, dass die Größen in dem Buch (für mich) überhaupt nicht passen. Bereits eine Nummer kleiner als das Buch eigentlich für meine Maße empfielt, ist mir das Ergebnis immer noch zu weit am Bund. Durch die Einlagen für den Rockbund, die in der gleichen Größe wie die Stoffteile zugeschnitten werden sollen, konnte ich den Innenstoff vom Bund, der über die mit Vlies verstärkte Bundfläche genäht werden sollte, nicht wie angegeben angenäht werden. Dadurch ließen sich keine sauberen Übergänge mehr machen. Der Vlies rollt sich am oberen Rockbund leicht und der ungevließte Innenstoff  für den Rockbund war folglich so kurz, sodass nun auf der Rockinnenseite knapp 1/2 bis 1 Zentimeter von der Vliesline und der unschönen Nahtzugabe zu sehen sind…

Sauminnenseite

Hinzu kommt die Naht, die jetzt natürlich ebenfalls von außen zu sehen ist, weil ich ja sozusagen in den Bund gesteppt habe (die natürlich alles andere als gerade ist… Ich kann also nicht mal behaupten, dass das extra so ist ;) ).

Saum

Habe ich schon erwähnt, dass ich diese Naht ganze dreimal auftrennen musste, weil dadurch, dass sich der Stoff am oberen Rockbund rollte die Stofflagen verrutscht sind und ich einige Stellen zusammengenäht habe, die nicht zusammen gehörten? Dabei ist natürlich auch etwas vom Stoff kaputt gegangen und hat sich nach außen gewölbt.

Loch

Das einzige was zu meinem Erstaunen einfacher war als ich dachte, war das Einsetzen des nahtverdeckten Reißverschlusses (das habe ich zum ersten Mal gemacht). Dieses Tutorial war wirklich sehr hilfreich und es hat so auf Anhieb geklappt. Mit der Anleitung im Buch bin ich auch hier leider nicht zurecht gekommen… Natürlich gab es aber auch beim Nähen an den hinteren Rockbahnen Schwierigkeiten. Im Buch wird leider nicht erklärt, dass bevor der Reißverschluss eingesetzt wird, die hinteren Rockbahnen soweit zusammengenäht werden sollen, bis zu der Stelle, an der der Reißverschluss ansetzt. Das habe ich also nachträglich gemacht, wodurch ich nicht mehr direkt bis zum Reißverschluss ran kam, und eine kleine Lücke entstanden ist. Ich sags euch, ich habe innerlich geschrien vor Verzweiflung!

Auf Tilly Walnes Blog habe ich noch eine Schritt für Schritt Anleitung für den Rock  gefunden, wo die Fotos noch mal andere sind und sich mit denen aus dem Buch ganz gut ergänzen. Auch die Nähschritte, wie der eben genannte, werden mit aufgeführt und sind anders erklärt. Sie scheint etwas genauer zu sein, als die im Buch. Vielleicht ist aber auch einiges bei der Übersetzung verloren gegangen? Ich weiß es nicht. Empfehlen würde ich das Buch jedenfalls nicht, jedenfalls nicht Anfängern. Wenn überhaupt, dann nur erfahrenen NäherInnen. Ich werde den Rock bei Zeiten mit Sicherheit nochmal versuchen zu nähen, mit den ein oder anderen Änderungen und einem Probestoff! Zum Glück habe ich noch genug von dem roten Stoff für einen zweiten Rock über, wenn ich herausgefunden habe, wie es funktioniert. Denn die Farbe gefällt mir sehr zu dem Schnitt.

Und weil es so schön ist und der Beitrag noch nicht lang genug ist, bekommt ihr hier noch einmal ein Foto von dem Rock zu sehen, wie er angezogen aussieht. Denn manchmal, muss man ein Kunstwerk eben von weiter weg betrachten, um zu erkennen dass es schön ist. Und so sieht er immerhin nicht ganz so misslungen aus :)

Ganzbild

Ich wünsche euch einen schönen zweiten Advent und das nächste Mal zeige ich bestimmt wieder etwas Gelungenes.

Eure Sarah

 

3 Antworten auf „Das Rock Desaster

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