Sewing Oscars – Rückblick 2018

-Beitrag enthält unbeauftragte, unbezahlte Werbung wegen Bezugsquellennennung-

Hallo ihr Lieben,

kaum zu fassen, dass ein ganzes Jahr und für Auf Naehkurs! somit auch ein Blogjahr vorbei gegangen sind. So viel ist in diesem Jahr passiert bei mir. Privat und auf dem Blog. Ein Jahr voller Entscheidungen, Herausforderungen, Höhen und Tiefen, die meine persönlichen Einstellungen und auch mein bisheriges Denken umgekrempelt haben. Ich glaube ich habe sie alle ganz gut gemeistert und darüber bin ich froh. In meiner Arbeit treffe ich viele Menschen mit teils schweren Schicksalen und wenn ich eines davon lerne, dann ist es, dass es jeden Tag anders kommen kann. Das ist mir im Alltag viel zu selten bewusst. Oftmals verwende ich viel Zeit dafür, mich auf das zu konzentrieren, was ich nicht habe oder noch erreichen möchte, anstelle dankbar und stolz für das zu sein, wie ich lebe und was ich bereits geleistet habe.

„It’s always bread and jam tomorrow, never bread and jam today“

Einfach mal im Jetzt sein; Das ist so wichtig und gleichzeitig so schwer. Es ist viel schwieriger zu sich selbst zu stehen, als sich zurückzunehmen, aus Anstand, Angst oder weil das Denken so fest in uns verankert ist, ohne dass uns die Gründe dafür an der Oberfläche begegnen; Und ob ihr es glaubt oder nicht, das Nähen holt mich ins Jetzt zurück. Einfach mal abschalten, nur bei dem sein, was ich gerade tue und den Händen und nicht den Gedanken die Macht zu geben. Oft kehre ich von meinem Nähtisch zurück und bin erholt wie sonst aus keinem Urlaub, manchmal verausgabe ich mich auch ohne es zu merken und könnte danach urplötzlich ins Bett fallen, wie nach einer Wanderung oder einem körperlich erschöpfenden Tag. Aber fast immer bin ich hinterher ruhiger. Außer es klappt mal so gar nichts, dann bin ich wütend und frustriert. Doch ich bin willensstark und am Ende komme ich an mein Ziel auch wenn es anders ist. Auch dann ist es gut. Den Prozess als Ziel betrachten, da möchte ich hin. Dafür braucht es die Flexibilität, Pläne und Vorstellungen loslassen zu können, den Mut dem Ungewissen entgegen zu treten und die Entdeckerfreude beim sich darauf einlassen. Daran arbeite ich viel an mir und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben. Doch ich bemerke hier und da kleine Veränderungen, die mir gut tun, in bestimmten Situationen gelassener zu werden. Das macht handlungsfähig.

Die Sewing Oscars

Doch auch, wenn ich mich mehr auf das Jetzt konzentriere möchte, ist es für mich wichtig einmal kurz nach hinten zu schauen, um eine Veränderung feststellen zu können. Die Sewing Oscars sind für mich dabei eine besondere Art die eigenen Nähwerke rückblickend zu betrachten. Denn es wird nicht nur darauf geschaut, was ich im Laufe eines Jahres genäht habe, sondern auch was dieses Kleidungsstück heute für mich ist. Sozusagen eine Sammlung von persönlichen Näherfolgen, die dazu einlädt  stolz auf das zu sein, was ich genäht habe. Ich danke Nina, dass sie dieses Jahr wieder auf ihrem Blog „Vervliest und zugenäht“ die Möglichkeit gibt, diesen Moment mit euch zu teilen. Die Kategorien in diesem Jahr sind:

01. Beste/r HauptdarstellerIn – das liebste bzw. am häufigsten getragene Kleidungsstück
02. Beste/r NebendarstellerIn – das am besten zu kombinierende Kleidungsstück
03. Beste Regie – die aufwändigste Verarbeitung bzw. die technischste Herausforderung
04. Bester Schnitt – das Lieblingsschnittmuster
05. Bestes Drehbuch – die beste Anleitung bzw. das beste Ebook
06. Ehrenoscar – das schönste für jemand anders genähte Kleidungsstück
07. Beste Kamera – die schönsten Bilder von eurem genähten Werk
08. Beste Visuelle Effekte – nach Belieben interpretierbar ;-)
09. Bestes Kostümdesign – gibt es hier vielleicht leidenschaftliche Faschingsfans/Cosplayer/Steampunks?
10. Bester Dokumentarfilm – habt ihr ein tolles Tutorial im Bereich Kleidung nähen erstellt dieses Jahr?
11. Goldene Himbeere (Anti Oscar) – der größte Reinfall

Meine Nominierungen

Dieses Jahr hatte ich für meinen Geschmack einen wirklich enormen Output. Puh, das war garnicht so einfach. Doch nun darf ich euch vorstellen:

Mein/e beste/r HauptdarstellerIn

Am häufigsten Getragen habe ich dieses Jahr Kleider. Aus diesem Grund habe ich einige genäht. Doch mein allerliebstes Kleid, dass ich immer wieder gerne anziehe ist meine Dira mit dem Herzen und Pfeilen Rock.

Mein/e beste/r NebendarstellerIn

Meine beste Nebendarstellerin ist in diesem Jahr die Pyjamahose Margot. Ich ziehe sie sehr gerne und oft an, wenn ich zu Hause bin. Auch wenn wir Besuch haben, lasse ich sie manchmal an, denn richtig kombiniert geht sie auch als weite leichte Sommerhose durch. Wobei wir schon bei ihren Eigenschaften sind: Sie ist nicht nur eine Kombinationsmeisterin, sondern passt sich dem Hautgefühl auch nach Jahreszeit an. Im Winter ist sie wärmend, im Sommer luftig und lässt gut Luft durch. Eines meiner schönsten Nähprojekte in diesem Jahr.

Meine beste Regie

Das war eindeutig mein Brautkleid! Kann auch sein, dass es daran lag, dass ich so ein richtiges Kleid aus Webware vorher noch nicht genäht hatte und ich mich dann gleich an eines mit Futter wagte, doch hier habe ich wirklich am meisten auf einmal gelernt:

  • Passform anpassen,
  • Kleid mit Futter vernähen,
  • Futter verstürzen,
  • nahtverdeckte Reißverschlüsse sauber einnähen,
  • mit Spitze nähen und
  • verschiedene Schnittmuster zusammenfügen

hielt das Kleid für mich bereit.

Mein bester Schnitt

Da gibt es gleich zwei. Einmal natürlich das von meinem Brautkleid, ist ja klar, oder? :) Eine Kombination aus dem „Mc’Calls M7124“ und dem „Vogue bridal original V2842“ Schnittmuster. Wobei ich mir vorstellen kann, den Schnitt weiter abgeändert auch als Basis für andere schicke Kleider zu verwenden. Eine kürzere Version ohne Carmenausschnitt habe ich schließlich bereits hier schon gezeigt (links unten). Der Schnitt hat noch viel Potenzial.

Unter den Schnitten für meine Alltagskleidung ist mein Lieblingsschnitt des Jahres das Kleid Cariba von Textilsucht (rechts oben). Ich liebe den Rock, der genau richtig fällt und so toll mitschwingt, wenn ich mich drehe. Die Passform ist ideal und insgesamt fühle ich mich einfach wohl darin :)

Mein bestes Drehbuch

Der Oskar für die beste Anleitung/das beste E-Book geht für mich an das Sweatkleid Tasja von Mialuna. Es ist eine sehr bildreiche Anleitung, die fast jeden möglichen Schritt aufzeigt. Die Verarbeitung, der unterschiedlichen Kragenvarianten sind sehr ausführlich erklärt und die Verarbeitung der Taschen ebenfalls. Perfekt für mich, da Taschen meine kleinen Angstgegner sind. Weil, das alles nicht genug ist, gibt es sogar noch ein Video, bei dem Schritt für Schritt mitgenäht werden kann. Ich bin total zufrieden und habe auch schon bei anderen Projekten auf die Anleitung von Mialuna zurückgegriffen, wenn mir Schritte bei der anderen nicht ausführlich genug waren.

Mein Ehrenoscar

Einen richtigen Ehrenoscar kann ich garnicht vergeben. Ich habe auch dieses Jahr fast ausschließlich für mich genäht. Einen Rock habe ich allerdings für eine Bekannte abgeändert. Dort habe ich den Reißverschluss herausgetrennt und ein Stretchbündchen angenäht. Den Beitrag dazu gab es hier zu sehen.

Meine beste Kamera

Die für mich schönsten selbstfotografierten Bilder, die auf diesem Blog gezeigt wurden, sind tatsächlich „nur“ nebenbei entstanden und garnicht, um das Kleidungsstück darauf zu präsentieren. Hier gibt es schließlich zwei Bilder:

An den Dünen

An diesem Foto liebe ich den blauen Himmel. Es ist bei einem tollen Spaziergang in den Dünen entstanden, ein paar Tage vor unserer Hochzeit, als wir noch ein paar Geocaches gesammelt haben. Der Tag war einfach schön und ich habe immer noch so tolle Gefühle, wenn ich das Bild betrachte. Vielleicht auch, weil es mich an den Urlaub erinnert und die Sehnsucht nach dem Meer in mir weckt.

Küste von Heikendorf

Dieses Bild ist ebenfalls im oben genannten Urlaub entstanden, kurz nachdem ich beim Friseur für meine Probefrisur war. Hier habe ich meine schwarze Dira an. Das Bild mag ich so gerne, weil ich dabei immer an die Bilder, die mir meine Tante von Kroatien zeigte denken muss. Es erinnert mich daran, welch schöne Landstriche Deutschland hat und was für ein Glück ich habe, in einem solchen Land leben zu dürfen. Besonders mag ich die Beschaffenheit von Steinen und Pflanzen und spüre sogar eine tiefe Verbundenheit zu diesem Ort.

Meine besten visuellen Effekte

Der Oskar für meine besten visuellen Effekte geht dieses Jahr an meine Lady Tasja, die  ich „Sternen-Tasja“ getauft habe. Sie hat an den verschiedensten Stellen kleine Farbdetails, so haben zum Beispiel alle Bündchen eine andere Farbe aber auch die Tascheninnenseiten unterscheiden sich. Zusätzlich dazu habe ich einen schwarzen Uni-Sweat mit einem schwarzen Sweat mit Farbsprenkeln kombiniert (wie kleine Sterne im Universum). Die Steppnaht für den Kapuzentunnel wird von einer Reihe gelber Sterne geziert.

Mein bestes Kostümdesign…

…fällt dieses Jahr aus. Es gab keinen Anlass zum Kostüme nähen.

Mein bester Dokumentarfilm

Tatsächlich habe ich dieses Jahr auch ein kleines Tutorial zusammengestellt. In diesem zeige ich euch, wie man das Futter in einem Kleid mit dem Reißverschluss innen „verstürzen“ kann, sodass ihr auch in der Innenseite einen sauberen Abschluss erhält, von außen aber keine Naht zu sehen ist.

Meine Goldene Himbeere (Anti Oscar)

Der Anti Oscar geht dieses Jahr an das weiße Retroshirt „Boogie“. Nicht des Schnittes wegen, denn den finde ich absolut toll. Leider habe ich beim Zuschnitt das Vorderteil nicht im Bruch zugeschnitten und die Nahtzugaben drücken sich durch den weißen Stoff durch. Zudem sitzen die Arme zu eng. Aus diesen zwei Gründen trage ich das Shirt nicht. Wahrscheinlich werde ich es jetzt zu einer Unterhose weiterverarbeiten, damit ich den Stoff noch nutzen kann. Den Schnitt werde ich aber noch einmal nähen, denn den finde ich total toll. Er ist auch gut mit anderen Kleidungsstücken kombinierbar.

In diesem Sinn wünsche ich euch allen einen guten Rutsch in das neue Jahr 2019! Wir sehen uns am Dienstag wieder hier auf dem Blog.

Eure Sarah

4 Antworten auf „Sewing Oscars – Rückblick 2018

  1. Es macht Spaß, Deine Oscar-Verleihung zu lesen :-) Dein Brautkleid sieht wirklich großartig aus – das hat viele Oscars verdient! Und das Himbeer-Shirt hätte ich jetzt aus der Ferne gar nicht so eingeschätzt, da es Dir sehr gut steht. Aber es nützt ja nichts, wenn es keine Freude macht, es zu tragen. Dir alles Gute für 2019! Liebe Grüße! Karin

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    1. Hallo Karin,
      vielen Dank. Das stimmt, das Himbeer-Shirt sieht auf dem Foto tatsächlich normal aus. Aber beim Tragen leider null Bewegungsfreiraum am Arm. Kann aber auch daran liegen, dass der Jersey nur gering dehnbar war. Ich werde denke ich auf jeden Fall nochmal versuchen eine Version davon zu nähen. Denn das Shirt gefällt mir sehr und ist so gut kombinierbar. :)
      Liebe Grüße,
      Sarah

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  2. Liebe Sarah, mein bester Hauptdarsteller ist auch eine Dira :-) Ich mag den Schnitt sehr gern und es trägt sich ganz toll. Ich bewundere dich dafür, das Brautkleid selber zu nähen. Eine wirkliche Herausforderung, die du toll gemeistert hast. LG Undine

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    1. Hallo Undine,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar und deine Komplimente. Darüber freue ich mich immer. Ich bin auch im Nachhinein, wenn ich die Hochzeitsbilder sehe stolz auf mein Kleid. Es passte einfach zu mir.
      Liebe Grüße,
      Sarah

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