Die passende Stoffwahl

Moin ihr Lieben,

bestimmt kennt ihr das: Ihr geht in den Stoffladen und habt beim Kauf auch ein konkretes Projekt im Kopf. Zu Hause wird der Stoff dann gewaschen und zum Vernähen vorbereitet, doch weil ihr gerade an einem anderen Projekt arbeitet oder keine Zeit zum nähen habt, wandert das gute Stück erst einmal in das Stofflager. Nicht selten vergesse ich dann den Stoff und das geplante Projekt verliert durch die Zeit an Reiz und wird durch andere Ideen in den Hintergrund gerückt. Wenn ich dann ein neues Projekt im Kopf habe, gehe ich in den Stoffladen, kaufe einen passenden Stoff, bereite ihn zum Nähen vor… ihr wisst wie es weiter geht. Den Kauf des neuen Stoffes habe ich mir immer mit dem Gedanken legitimiert, „ich habe ja eine Idee zu der ich ihn verarbeiten möchte, dann ist es okay ihn zu kaufen“. Nur blieb es eben häufig bei diesen Halbideen.

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Voller Schrank und nichts ist drin

Die Folge ist, dass ich als ich Anfang des Jahres in mein Stofffach schaute, viele Stoffe hatte, die ich nicht mehr kannte, nicht mehr mochte und für die es keine Verwendung gab, weil der Schnitt/das Projekt, für den er gedacht war nicht mehr gefiel. Diesen Kreislauf möchte ich gerne durchbrechen. In gewisser Weise ist es wie mit der Kleidung, die gekauft wird, weil man denkt, dass sie zu Anlass xy passt. Nur treten diese Situationen nicht ein. Der Kleiderschrank füllt sich. Also habe ich in den sauren Apfel gebissen und mein Stofffach nach gleichen Prinzipien, wie meinen Kleiderschrank aussortiert. Stoffreste, die 3x5cm und kleiner sind verwende ich einfach nicht. Ich finde den Gedanken toll, auch diese Reste noch zu verarbeiten, aber wenn ich tief in mich hineinhöre, weiß ich, ich werde das nicht tun, weil ich keine Verwendung für die Dinge habe, die daraus entstehen könnten.

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Kleinere Stücke, mit denen bestimmt noch gebastelt werden kann, habe ich einer Kita im Ort gegeben. Stoffe in Meterware, die ich so garnicht mehr mag, einem interkulturellen Nähcafé gespendet, in der Hoffnung, sie finden einen neuen glücklichen Besitzer.

Den Teufelskreis durchbrechen

Ich fühlte mich schlecht dabei, weil ich es frustrierend fand, dass ich so viele Fehlkäufe getätigt hatte. Denn Fehlkäufe sind nicht nur schade für mich, sondern auch teuer. Wieso mache ich Fehlkäufe? Weil ich Projekte plante, die in der Vorstellung toll aber am Ende nicht notwendig waren. Wo für mich keine Notwendigkeit/kein Nähzwang besteht, entsteht auch keine Motivation mit dem Nähen anzufangen. Was ich also daraus mitnehme ist, dass ich in Zukunft noch mehr Gedanken dafür aufwenden sollte, was ich nähen möchte. Eine To Sew Liste, die sich mehr nach meinen Bedürfnissen richtet und nicht nach „Sekundenenthusiasmus“. Es braucht also eine aktuelle Bedarfsliste, von der Kleidung für meinen Alltag. Wie hatte ich bereits hier beschrieben. Mit dieser Hilfe, habe ich auch entschieden, welche Stoffe bleiben und mir so gefallen, dass ich auf jeden Fall Verwendung für sie habe. Stoffe, die sich später auch im Sinne der einheitlichen Garderobe miteinander kombinieren lassen und zu meinem persönlichen Farbkontext passen, über den ich letzte Woche schrieb. Dazu kann ich mir vorstellen, dass es hilfreich ist, wenn ich vor einem Stoffkauf das Schnittmuster bereits vorbereite, sodass ich gleich in die „Weiterverarbeitung“ gehen kann und es möglichst nicht mehr zu langen Lagerzeiten kommt.

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Manche der Stoffe, die ich zwar mag aber mich nicht zu 100% überzeugen, werden als Probestoff benutzt. Wenn ich jetzt die Bilder meiner Auswahl sehe, bin ich total zufrieden und freue mich wieder richtig, daraus etwas schönes für mich zu schaffen. Der nächste Schritt wird es sein, anhand der neuen To Sew Liste und den Kriterien, die ich für meine Wohlfühlkleidung zusammengestellt habe, entsprechende Schnitte herauszufiltern, damit ich diese dann endlich ausprobieren kann!

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