Schattenseiten des Blogs

-Beitrag enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung wegen Namensnennung-

Hallo ihr Lieben,

seit längerem beschäftigt mich das Thema Bloggen. Wie sehr bereichert es mich? Möchte ich ihn zukünftig noch führen? Weshalb führe ich ihn und erfülle ich dieses Ziel? Ist mir der (Zeit-) Aufwand wert und wie steht es mit dem Blog und Privatsphäre. Sicherlich habe ich mich schon öfter damit auseinandergesetzt, doch mit dem Bauchzwerg verschieben sich die Prioritäten zur Zeit enorm und ich komme ins jonglieren.

Weshalb ich blogge

Das Schreiben der Texte macht mir Spaß. Ich genieße den Prozess des Schreibens und habe das Gefühl, das bringt mir auch hinsichtlich der Selbstreflektion bei meinen Projekten einen Zugewinn. Das Gefühl einen neuen fertigen Beitrag zu sehen erfüllt mich ebenfalls jedes Mal mit ein wenig Stolz, weil ich mich über all die technischen Dinge freue, die ich seither dazu gelernt habe. Auch ist der Blog für mich eine Art Nachschlagewerk. Wenn ich einen Schnitt nochmal nähen möchte und ich nicht mehr weiß welche Änderungen ich genau gemacht habe oder ich einen bestimmten Link suche kann ich hier nachschauen. Das war schon häufig sehr praktisch.

Zudem gefällt es mir Teil dieser Nähcommunity zu sein, auch wenn sich der Austausch auf Blogs meiner Ansicht nach sehr minimiert und auf andere Kanäle verlagert hat. Das hat Vor- und Nachteile. Vor allem aber eröffnet es für mich die Frage, ob ich den Blog nicht auch einzig für mich führen könnte oder ich das Öffentliche als wesentliche Motivation sehe. Und wie viel Zeit lohnt es sich dann da hinein zu stecken. Dafür habe ich noch keine Antwort gefunden. Ich glaube aber, dass mich ein Blog ohne öffentlich zu sein, weniger bereichern würde. Irgendwie verfehlt das dann auch der Funktion eines Blogs und endet tatsächlich als digitales Tagebuch.

Katja hatte dazu vor kurzem einen ganz treffenden Beitrag geschrieben, der mir ebenfalls sehr aus der Seele spricht. Ich bin froh, dass mich dieses Thema nicht alleine zu beschäftigen scheint.

Die Schattenseiten

Jede und jeder, der oder die einen Blog schreibt, wird wohl wissen, wie aufwendig es ist diesen zu pflegen. Da geht eine ganze Menge Zeit verloren. Manchmal genauso viel Zeit, wie ich an einem Nähprojekt verbringe. Ganz geschweige von den ganzen Sachen drum herum wie Fotos machen, sich auf anderen Seiten verlinken, das Bedienen sozialer Netzwerke, in der Hoffnung die Reichweite und damit den Austausch zu erhöhen. Denn dieser Austausch ist das, was der öffentliche Blog für mich ausmacht. Aber ein/e aufmerksame/r Leser/Leserin wird vielleicht über meine Wortwahl gestolpert sein. Trotz der vielen positiven Ergebnisse, die ich durch den Blog erhalte, kommt es mir manchmal so vor, als würde ich wertvolle Zeit verlieren, die ich gerne anders investieren wollte. In mein analoges Leben. Denn eigentlich möchte ich viel weniger digital unterwegs sein. Da sind wir dann bei dem einen Kernproblem. Weniger investierte Zeit in den Blog = weniger Beiträge = weniger Aufmerksamkeit in der Nähwelt = weniger Austausch. Wenn Austausch aber das ist, was ich möchte, kommen Wunsch und Realität einfach nicht zusammen. Das Gefühl schreiben zu müssen entsteht und das ist dann vollkommen vorbei an den Motivationen, die mich zum Bloggen bewegt haben und endet in einem Verlustgefühl und dem Gefühl dem Ganzen nicht gerecht zu werden.

Rechte und Privatsphäre

Ja und dann ist da noch die Sache mit der Privatsphäre. Ich bin an für sich sehr vorsichtig mit dem was ich über mich bei Dritten preisgebe. Ich bin eine Gegnerin von Datenweitergabe und -Verkauf, weshalb ich bis vor kurzem auch nichts mit Instagram oder dergleichen zu tun haben wollte. Aber die inhaltlichen Dinge, darauf habe ich immerhin Einfluss. Worauf ich weniger Einfluss habe sind rechtliche Vorgaben, wie die Impressumspflicht/DSGVO. Und es gefällt mir nicht, dass meine Privatadresse im Internet für die ganze Welt zugänglich ist. Aber damit kam ich bisher ganz gut zurecht, denn es betrifft ja nur mich und ggf. noch meinen Mann, der damit einverstanden war. Aber bald ist da eben dieses Wesen, dass noch nicht mitsprechen kann und für das ich/wir Verantwortung habe/n. Ich würde sonst was tun, um mein Kind da draußen in der realen Welt zu schützen. Wie ist es mit dem Internet? Ich kann nicht sehen, wer neben der Nähcommunity (der ich jetzt mal nur positive Absichten unterstelle) noch auf diese Seite zugreift. Was in den Köpfen dieser Menschen vorgeht. Und ja, vielleicht klingt das für manchen leicht paranoid, der/die da denkt, die macht sich um Etwas Sorgen, was nicht da ist und wahrscheinlich niemals eintreten wird. Aber durch mein Studium hatte ich schon Berührungspunkte mit Menschen, von denen ich nicht möchte, dass sie meine Adresse, geschweige denn die meines Kindes, herausfinden könnten. So etwas prägt.

Wechselbad der Gefühle

So schwappe ich seit Monaten hin und her zwischen himmelhoch jauchzend diesen Blog nicht auflösen zu wollen, weil da so viel Gutes dran hängt und dem anderen dunklen Schatten, der sich über diese Freude legt und sagt, das Ganze ist es nicht wert im Zweifel mein reales Leben und das meiner Familie zu gefährden. Sei es wegen des Sicherheitgefühls oder dem was in der analogen Welt liegen bleibt, wenn ich virtuell unterwegs bin. Wie ist es bei euch? Habt ihr auch solche Gedanken? Kollidiert euer Blog auch mit solchen familiären Entscheidungen? Und vielleicht an die Mütter unter euch, wie seht ihr das mit der Sicherheit und der Adresse in Zusammenhang mit euren Kindern?

3 Antworten auf „Schattenseiten des Blogs

  1. Liebe Sarah,
    wenn ich Deinen Text so lese, überwiegen für mich die Pluspunkte. Dir macht Dein Blog erstmal Spass und sicherlich wird durch den kleinen Erdenbürger die Zeit dafür knapp. Deine Bedenken kann ich nachvollziehen. Ich habe auch mulmige Gefühle bei dem Gedanken, dass jeder meine Adresse herausfinden kann, zumal wir einen Privatblog haben und keine Firma oder Büro, dessen Adresse wir da eintragen können.
    Zwar schreibe ich hin und wieder über meine Kinder und meinen Partner, aber zeigen tue ich sie nie. Meine Kinder, mittlerweile erwachsen, würden es auch nicht wollen und meine Partner schon mal gar nicht. Wären sie jünger, würde ich es genauso handhaben.

    Ich persönlich würde Deinen Blog vermissen.
    Sei lieb gegrüßt,
    Julia

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    1. Hallo Julia,
      vielen Dank für deine lieben Worte. Es freut mich zu lesen, dass du gerne auf meinem Blog liest :)
      Das stimmt schon, dass für mich die Pluspunkte überwiegen. Nur fühlt sich diese eine andere negative Ebene subjektiv viel größer als die ganzen guten Dinge an :D Vielleicht muss ich auch einfach abwarten wie es sich dann später anfühlt, wenn das Kind da ist. Zeigen würde ich es hier jedoch auch nicht. Die Entscheidung kann ich gut nachvollziehen.
      Liebe Grüße,
      Sarah

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