Mein Wind- und Wetter Parka

-Beitrag enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung wegen Namensnennung-

Hallo ihr Lieben, nach einer recht langen Blogpause gibt es mal wieder ein Lebenszeichen. Ich bin zur Zeit über jede Minute an der Nähmaschine dankbar, sodass oft keine Zeit mehr für Fotos und schreiben bleibt.

So kommt es, dass auch dieses gute Stück nun seit einem guten halben Jahr darauf wartet verbloggt zu werden. Der Einfachheit halber werde ich in Zukunft wohl mehr Fotos an meiner Mademoiselle zeigen. Vielleicht klappt es dann mit den Bildern ;)

Schon länger hatte ich Lust auf ein richtig schönes langes Nähprojekt. Eines, das nicht an einem Nachmittag genäht ist und bei dem ich ganz bewusst abtauchen kann. Eine richtige Kalt-Wetter Jacke brauchte ich ohnehin noch. Ich recherchierte eine Weile, bis meine Wahl schließlich auf den „Mein Wind- und Wetter Parka“ von Lotte und Ludwig fiel. Es gab so viele schöne Beispiele auf Blogs und Instagram. Geplant, genäht. Gekauft habe ich das Schnittmuster unter anderem, weil es auch eine zusätzliche Anleitung für einen Trageeinsatz gibt.

Die Stoffwahl

Die Jacke besteht aus einem Außenstoff und einem Innenfutter. Lange habe ich überlegt, welche Stoffwahl wohl geeignet wäre. Seit langem, wollte ich mal was richtig schönes aus Cordstoff nähen. Irgendwie liebe ich die Struktur von Cord. Bei Butinette gab es dann irgendwann mal diesen rostroten Corstoff aus Baumwolle im Angebot und ich wollte die Farbe einfach mal an mir ausprobieren. Im Nachhinein war ich ein wenig überrascht, dass der Farbton doch so rötlich war. Mittlerweile kann ich ganz gut die Farbtöne von den Stoffen einschätzen, wenn ich online bestelle. Hier hatte ich dann nun doch etwas daneben gegriffen. Ich hatte es mir etwas brauner vorgestellt. Aber gut, würde das eben im Zweifel ein Probemodell sein. Ich konnte ohnehin nicht erwarten, dass der Mantel auf Anhieb perfekt sein würde. Und dafür war das Angebot einfach zu gut gewesen.

Für das Innenfutter habe ich einen weißen Baumwollfleece gewählt. Ich hatte das innere Bild von einem rostbraunen Mantel, mit kuscheligem Bärenfellfleece, der so schön lockig vor den Augen. Der Baumwollfleece war aber dünner als ich erwartet hatte. Die flauschige linke Seite wäre ebenfalls zu haftend, um sie für die Innenseite zu verwenden. Da hätte das An- und Ausziehen so gar keine Freude mehr gemacht. Also doch die glatte Fleeceseite nach außen, wodurch die Kombi allerdings nicht mehr 100%ig meinen Vorstellungen entsprach. Weiter kann ich sagen, es war nicht klug ihn zusammen mit dem Cord zu waschen. Er hatte dadurch dann eine rosé-farbene Verfärbung angenommen. Nicht, dass ich vor der Wäsche nicht daran gedacht hatte. Doch im Übermut habe ich mich für die risikofreudigere Variante entschieden und wurde direkt eines Besseren belehrt… Meine bereits dellierte Vorstellung sank weiter.

Das Nähen und die Sache mit der Mehrweite

Das Nähen ging recht einfach. Die Anleitung ist wirklich gut aufgebaut, sodass ich ohne Probleme durchgestiegen bin. Auch die Teile passten alle wunderbar aufeinander. Die Jacke fügt sich quasi von selbst zusammen. Selbst die einzig knifflige Stelle, beim Annähen der Ärmel (Einhalten der Mehrweite) war mit ein paar kleinen Tricks kein Problem. Ich nutze bei Mehrweiten gerne die Schwerkraft: Ich lasse die Jacke durch ihr Eigengewicht beim Stecken der Ärmel nach unten baumeln. Dadurch kann ich die Kanten dann sauber und gut verteilt anstecken. Beim Nähen schön darauf achten, dass die Seite mit der Mehrweite auch die untere Stoffschicht ist und immer wieder glatt streichen, ohne zu dehnen. Hinterher alles gut einbügeln.

Einziges Ärgernis ist, dass ich den Reißverschluss viel zu dicht an den Zähnchen angenäht habe. Ich habe die Anleitung da etwas zu wörtlich genommen… Dadurch ergibt sich nun das Problem, dass der Zipper ständig im Futter verhakt. Aber gut, das war meine zweite Jacke und erste Jacke mit Futter überhaupt. Der Fehler passiert mir jetzt mit Sicherheit nicht noch einmal.

Die Passform

Nachdem ich also mit dem Mantel fertig war, folgte die richtige Anprobe. Ich finde das immer total spannend, wenn ich plötzlich das fertige Kleidungsstück anziehen kann. Beim Nähen fällt es mir noch oft schwer einzuschätzen, was ich ggf. ändern könnte, da ich alles meistens erst im Gesamten sehen muss. Vielleicht habe ich auch einfach nur Angst etwas zu verschlimmbessern.

Ob der Parka und ich in Sachen Passform Freunde werden, kann ich noch nicht sagen. An für sich mag ich den Schnitt. Allerdings könnte er für meinen Geschmack an Taille und Hüfte noch ein oder zwei Größen kleiner ausfallen. An der Schulter und den Ärmeln sitzt er vom Umfang her ganz gut. Allerdings habe ich irgendwie das Gefühl, dass die Ärmel mich ein wenig einengen, sobald ich sie nach oben bewegen möchte. Ich habe ein wenig die Vermutung, dass die Armkugel etwas zu tief für mich sitzt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das die Ursache eines Passformfehlers ist oder einfach nur der konzipierte Schnitt, der an der Stelle nicht ideal für mich fällt? Insgesamt fühle ich mich ein wenig verloren in der Größe der Jacke. Zumindest, wenn ich in den Spiegel gucke. Ich habe das Gefühl, dass die viele Mehrweite an der Teile durch die Tunnelzugraffung mehr aufträgt, als sie sollte. Vom Tragegefühl, ist sie allerdings an sich wunderbar und auch gemütlich.

Entscheidungsfindung

Nicht zuletzt kommt ein gewisses Unwohlsein von der Farbe des Außenstofffes. Und nun stehe ich vor dem Dilemma der Entscheidungsfindung. Ich sehe aktuell zwei Möglichkeiten:

I. Ich trenne die Jacke auf und nähe den Reißverschluss mit einer neuen Blende noch einmal richtig an. Dafür müsste ich viel Auftrennen, was sehr zeitintensiv ist. Anschließen würde ich die Jacke dunkelblau einfärben, in der Hoffnung, dass sie mir dann wesentlich besser an mir gefällt und ich es so trage.

II. Ich zerschneide sie in brauchbare Einzelteile und nutze den Stoff für nächste Projekte für meinen Sohn. Dieser braucht nämlich auch noch eine Übergangsjacke und ihm steht das rostrot wesentlich besser.

Sollte Punkt I. schief gehen, könnte ich immer noch Punkt II folgen. Doch möchte ich so viel Zeit ins Abändern investieren? Kann man Cord gut färben? Wenn ihr Erfahrungen oder Tipps habt, gerne her damit!

3 Antworten auf „Mein Wind- und Wetter Parka

  1. Liebe Sarah, dass ist der einzige Nachteil beim Nähen: Wir können die Sachen erst anprobieren, wenn sie schon fertig sind. Natürlich wird immer vor aufwendigen Projekten empfohlen, ein Probeteil zu machen, aber das habe ich erst einmal in den letzten 10 Jahren gemacht und danach nie wieder. Dein Parka ist auf jeden Fall super geworden und das mit dem Reissverschluss habe ich auch schon geschafft. Was ich häufig bei misslungenen bzw. nicht sitzenden Klamotten mache – ich schlafe ein paar mal drüber und meistens trenne ich dann doch wieder auf. Vielleicht könntest Du unter der Achsel ein Dreieck einsetzen, damit es dort besser passt.
    Ich hatte übrigens mal einen Kaufmantel, an dem Teddyfutter eingesetzt war und der krabbelte beim Laufen fleissig den Rücken hoch. Ichnhabe es am Ende rausgetrennt und normalen Futterstoff eingesetzt.
    Vielleicht findest Du ja noch eine Möglichkeit, ihn zu retten. Auf jeden Fall sieht er so erstmal toll aus.
    Liebe Grüße, Julia

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  2. Liebe Sarah
    Der Parka sieht toll aus. Ich kann aber deine Einwände verstehen. Ich durfte letzten Winter einen Umstandsparka (Kaufware) von einer Freundin ausleihen wurde aber auch nicht richtig warm damit. Vermutlich liegts an der Form Parka?
    Was das dunkelblau färben angeht: ich bezweifle, dass dies funktionniert. Orange ist ja die Komplementärfarbe von blau. Das Ergebnis würde dann nach Farblehre eher ins braun-schwarze gehen. Nimm lieber die 2. Variante und vernähe die Stoffe neu.
    Viele Grüsse Alexandra

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    1. Liebe Alexandra,
      gut möglich, dass es am Parka liegt… braun wäre vielleicht auch garnicht so schlecht und wenn ich bei mir damit nicht zufrieden bin würde es bei meinem kleinen noch besser zur Herbstkleidung passen. Danke für diesen wichtigen Impuls! Das wäre bis zum Färbeergebnis total an mir vorbeigegangen… 😅
      Liebe Grüße,
      Sarah

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