3/9 Stoffwindelreihe – Windeleinlagen

-Beitrag enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung wegen Bezugsquellennennung-

Hallo ihr Lieben,

nachdem es letztens eine Kurzübersicht der verschiedenen Windelsysteme gab, dreht sich heute alles um Windeleinlagen. Das ist in der Regel das Thema, was erfahrungsgemäß für Außenstehende die größten Unsicherheiten hervorruft. Auch mir ging es da nicht anders, als noch alles gänzlich unbekannt war. Zuerst möchte ich euch einen kleinen Überblick über die verschiedenen Einlagenarten geben. Anschließend zeige ich eine kurze Übersicht zu den Materialien und ihren Eigenschaften.

Alle bisherigen Beiträge und eine Übersicht über die noch kommenden Themen seht ihr wie immer am Ende des Beitrages.

Einlagenarten

Ich möchte kurz darstellen, welche Möglichkeiten ihr bei der Wahl nach der passenden Einlage habt. Denn als Saugmaterial gibt es mehreres, was in Frage kommen kann.

Mullwindeln

Mullwindeln/Mulltücher sind wohl in ihrer Handhabung am Flexibelsten. Sie können mit unterschiedlichen Falttechniken leicht an die Körpergröße und Körperform des Kindes angepasst werden. Auch auf Besonderheiten wie die unterschiedlichen Hauptnässezonen bei Jungen und Mädchen, sowie Vielpieslern kann durch die Faltart eingegangen werden. Durch unterschiedliche Faltarten können sie auch für verschiedene Stoffwindelsysteme genutzt werden, was sie zu einem Allround Talent macht. Mulltücher werden nach dem Wickeln mit klassischen Stoffwindelklammern oder (heute eher) mit Snappis auf Spannung und so an Ort und Stelle gehalten. Sie können aber auch zum Steg gefaltet in die Überhose gelegt werden (je nach Windelsystem). Links zu Falttechniken findet ihr weiter unten.

Erfahrungstipp: Mullwindeln gibt es in vielen verschiedenen Größen. Ich persönlich würde die großen Mulltücher in den Maßen 70cm x 70cm empfehlen, vielleicht sogar 80cm x 80cm. Damit kommt ihr über die gesamte Wickelzeit aus und könnt die Tücher größengerecht gefaltet an das Kind Wickeln. Wenn ihr da einen Vorrat von 20-25 Tüchern habt seit ihr mehr als genug ausgestattet, für einen Waschintervall von alle zwei Tage. Ansonsten kann man die Tücher auch für viele andere Zwecke benutzen. Wir haben diese Mullwindeln gekauft, da sie für uns das Beste Preis- Leistungsverhältnis darstellten und sind mit der Qualität nach wie vor sehr zufrieden.

Höschenwindeln

Höschenwindeln sehen fast wie normale Windeln aus, bestehen aber nur aus dem saugenden Material (ist alleine nicht dicht). Dafür braucht es eine zusätzliche feuchtigkeitsdichte Überhose aus PUL oder Wolle (Wenn du dir noch unsicher bist, was das ist schaue hier). Es gibt sie einfach oder aber auch als Prefoldvariante mit Flügeln, die zu einem „Steg“ gefaltet werden müssen. Hierdurch entstehen besonders viele Lagen übereinander, vor allem wenn die Flügelvariante noch ein Futter hat. Dies eignet sich besonders gut für Nachtwindeln. Aber auch Booster (s.u.) können noch dazu gelegt werden.

Höschenwindel mit Flügel
Gefaltete Höschenwindel mit Flügel

Prefolds/Kanadische Windeln

Prefolds/Kanadische Windeln sind rechteckig und in Dritteln mit einer Naht abgesteppt. Das mittlere Drittel ist nicht selten mehrlagiger als die beiden äußeren Drittel, da dies die Hauptnässezone ist (klick hier, wenn du nicht weißt was das ist). Sie kann auf unterschiedliche Weise gefaltet werden, lässt sich insgesamt aber schneller falten als eine Mullwindel.

Prefold/Kanadische Windel

Booster

Sogenannte Booster sind im Grunde nichts anderes als Einlagen, die zusätzlich zu anderem meist dünneren Saugmaterial gelegt werden, um insgesamt mehr saugfähige Lagen zu erhalten. Booster sind meistens aus Stoffqualitäten, die Feuchtigkeit langsamer aber länger aufnehmen, um eine längere Tragezeit einer Windel zu gewährleisten. Es gibt sie in gerader oder ergonomischer Form. Mit welcher ihr da besser klar kommt, müsst ihr schlichtweg ausprobieren. Da gibt es keine pauschale Antwort. Manche haben mit den ergonomischen Einlagen bessere Erfahrungen gemacht, was die Auslaufsicherheit betrifft. Wir hatten immer die geraden, da ist auch alles trocken geblieben.

Booster Einlagen

Erfahrungstipp: Die Booster sollten, insbesondere wenn sie aus langsam saugendem Material bestehen, unter Stofflagen liegen, die Flüssigkeit schneller aufnehmen. Liegen langsam saugende Booster oben (also direkt an der Haut eures Kindes), kann es bei großen Flüssigkeitsschwallen passieren, dass die plötzlich hohe Menge nicht rechtzeitig aufgenommen werden kann. Folglich läuft die Windel aus. Schnell saugende Materialien, wie bspw. Frottee oder Mullwindeln nehmen die Flüssigkeit hingegen erstmal schneller auf, bis sie nach und nach in den Booster „einziehen“ kann. So wird das plötzliche Auslaufen verhindert.

Mullwindeln/Prefolds falten (Linktipps)

Wenn ihr näher wissen möchtet, wie ihr die Mullwindeln/Prefolds falten könnt, gibt es hier eine schöne Übersicht mit unterschiedlichen Anleitungen. Eine weitere tolle Übersicht, wie ihr Mullwindeln, z.B. für Prefoldüberhosen falten könnt, findet ihr übrigens hier. Nach diesen Anleitungen haben wir sehr gerne zu Schlupfüberhosen gearbeitet, insbesondere der „Drachen“-Falttechnik.

Stoffarten

Bei der Wahl der Einlagen sollte man sich auch mit der Materialzusammensetzung dieser auseinandersetzen. Jede Stoffqualität hat ganz eigene Eigenschaften, wenn es um die Flüssigkeitsaufnahme und Saugkraft geht. Manche Materialien können Flüssigkeit in größerer Menge schneller aufnehmen als andere, wieder andere können sie dafür besser und länger speichern. Die geeignete Kombination ist auf das Verhältnis eures Kindes angepasst. Insofern ist es gut, wenn man ein wenig vorbereitet ist und sich mit den Saugeigenschaften zumindest grob auskennt. Ihr profitiert davon, indem ihr mit der Zeit ein Gefühl dafür bekommt, wie lange ihr mit welcher Kombination pro Wickeleinheit auskommt. So könnt ihr situativ entscheiden, was ihr gerade braucht. Zur Vereinfachung habe ich die Materialien in die beiden Kategorien „Schnell saugende Materialien“ und „Einlagenmaterial mit starker Saugfähigkeit“ unterteilt.

Schnell saugende Materialien

Schnell saugende Materialien haben wie oben bereits erwähnt die wunderbare Eigenschaft, mehr Flüssigkeit möglichst schnell aufzunehmen. Daher eignen sich schnell saugende Materialien auch, wenn das Kind ein Schwallpinkler ist (besonders viel Flüssigkeit auf einmal lässt). Die eher rauere, unebene Fläche der Materialien bietet die optimale Struktur, dass der Urin besser haften bleibt bzw. sich in die kleinen Lücken dazwischen einschließt und schnell aufgenommen werden kann.

Folgende Materialien saugen besonders schnell:

  • Baumwollfleece, -frottee und -velour
  • Prefoldstoff
  • Bambusfleece, -frottee und -velour
  • Microfaser (dann aber nicht plastikfrei; wir haben es aufgrunddessen nicht genutzt, da wir kein/so wenig wie möglich Plastik an der Haut unseres Kindes wollten)
  • Flanell

Einlagenmaterial mit starker Saugfähigkeit

Einlagenmaterial mit starker Saugfähigkeit eignen sich insbesondere dann, wenn die schnell saugenden Materialien nicht mehr ausreichen, z.B. weil das Kind öfter oder größere Mengen Flüssigkeit lässt. Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich, ab wann das notwendig wird. Stark saugendes Material ist dann vor allem als Ergänzung zu schnell saugendem Material empfehlenswert. Wird ausschließlich starkes Saugmaterial benutzt und das Kind lässt schwallartig sehr viel Flüssigkeit ab, kann die Windel wie oben bereits geschrieben auslaufen. Die Faserbeschaffenheit ist bei langsam saugenden Materialien eher glatt und bietet daher weniger Angriffsfläche für die Feuchtigkeit im Stoff Haften zu bleiben. Man kann sich das wie ein glatter Film Wasser auf Eis vorstellen. Das Wasser verteilt sich schneller als nach unten zu sinken, was zum Auslaufen der Windel führt.

Folgende Materialien saugen besonders viel Flüssigkeit:

  • Hanffleece und -frottee (besonders gut für Booster)
  • Tencel
  • Zorb und Zorb II

Wenn ihr noch mehr über die jeweiligen Materialien und über die Vor- und Nachteile dieser erfahren möchtet, empfehle ich euch diesen Beitrag von der Stoffwindelei. Dort gibt es auch eine übersichtliche Tabelle, die mir besonders am Anfang sehr geholfen hat.

Zum Abschluss

Am Ende sei aber gesagt, dass man sich da nicht zu viel Stress machen sollte. Wir sind immer gut damit gefahren eine Einheit mit schnell saugendem Material zu nutzen. Je nachdem wie viele Stofflagen das waren und wie der Harndrang war, haben wir sie dann mit einer oder zwei Einheiten stark saugendem Material „geboostet“. Das war im Prinzip schon alles, womit wir 2-4 Stunden ausgekommen sind ohne, dass die Windelpakete zu dick und steif wurden. Auch einfache Frottee-Waschlappen eignen sich da zum Beispiel am Anfang. Ihr werden mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln, versprochen!

Übersicht Stoffwindelreihe

  • Einführung ins Wickeln mit Stoff
  • Stoffwindelsysteme
  • Windeleinlagen (heute)
  • Stoffwindeln nähen
  • Höschenwindel „Schluff“ – Fluffstore Patterns
  • „Fluffeluff“ – Fluffstore Patterns
  • „Fluff stuff V2“ – Fluffstore Patterns
  • „Prefluff“ – Fluffstore Patterns
  • Lagerung; Anschaffungen rund um Stofffwindeln

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.