„Ich habe keine Zeit zum Nähen“ – Lifehacks

Hallo ihr Lieben,

oft werde ich von anderen Personen und Müttern gefragt wie ich das schaffe mit dem Nähen nebenbei, sie würden die Zeit dafür nicht haben. Nun ja, mein Tag hat auch nur 24 Stunden und auch mein Kind fordert meine ungeteilte Aufmerksamkeit ein. Daher dachte ich mir, dass ich mal meine kleinen Lifehacks zusammenfasse, die sich für mich bewährt haben und die euch zeigen sollen: Man muss und sollte sich mit Kind nicht selbst aufgeben. Manchmal braucht es einfach neue Strategien, die (sehr) kurzen Zeitfenster zu nutzen. Das gleiche gilt übrigens auch bei einem fordernden Job oder was sonst einen großen Teil in eurem Alltag einnimmt und ist nicht nur auf Kinder zu beziehen.

Zugegeben, so ein Baby/Kleinkind kann ganz schön herausfordernd sein. Es bleibt oft nicht viel Zeit für einen selbst. Und wenn sich ein Zeitfenster öffnet, ist das Bedürfnis nach Ruhe oftmals größer, als die Motivation sich an die Nähmaschine zu setzen. So ist mir recht bald klar geworden, dass ich meine Zeiten anders nutzen muss, wenn ich beim Nähen vorankommen möchte. Sich einfach mal eine Stunde an die Maschine setzen, wenn ich Lust und Laune habe geht nun mal nicht mehr. So haben sich für mich ein paar kleine Punkte bewährt, die mich weiter motivieren und mich vorankommen lassen.

I. Prioritäten setzen

Zeit kommt nicht einfach so. Man muss sie sich nehmen, auch oder gerade wenn sie rar ist. Wie oft habe ich schon diesen Satz gehört „Ich würde ja auch gerne so viel nähen, aber ich habe einfach keine Zeit dazu (es zu lernen).“ Auf Zeit zu warten heißt nur, dass andere Dinge mehr Priorität haben. Manche dieser Prioritäten haben natürlich Vorrang! Die Bedürfnisse des Kindes beispielsweise. Ich sage nicht, dass so etwas hinten runter fallen darf, damit man nähen kann, das wäre nicht verhältnismäßig. Aber in anderen, weniger wichtigen Bereichen verliert man oft Zeit, ohne es zu merken. Beobachtet oder schreibt euch doch mal eine Woche lang auf, was ihr wann wie lange macht. Dann habt ihr einen objektiven Blick, um eure Zeitfresser zu identifizieren. Bei mir ist es zum Beispiel oft so, dass ich mich in meiner Wohnung von einer „Aufgabe“ zur anderen „Aufgabe“ chaotisch hin und her bewege. Am Ende ist ganz viel Zeit vergangen, ich bin gestresst und energielos, obwohl ich doch eigentlich was ganz anderes machen wollte… Wenn ihr sowas wisst, könnt ihr euch darin üben von Mal zu Mal mehr zu stoppen und das unwichtigere was euch gerade garnicht gut tut mal liegen lassen.

II. Aufgaben aufteilen

Schaut, bei welchen Aufgaben ihr absolute Ruhe braucht und was ihr nebenbei machen könnt. Oder könnte eine Sache die andere begleiten? Zum Beispiel Schnittmuster drucken, schneiden und kleben beim abends Fernseher schauen/auf der Couch sitzen. Das ist dann eine schöne monotone Aufgabe, bei der der Kopf nicht viel zu tun hat, einen aber im Prozess voranbringt. Projekte planen, Anleitungen lesen, wenn das Baby/Kind schläft (aber bitte auch erst dann), gehen auch vom Bett aus.

III. Schrittweise Nähen

Teilt euch eure Nähprojekte wie in der Anleitung in kleine Blöcke ein. So könnt ihr auch ganz kleine 10-Minuten Zeitfenster nutzen, um z.B. einen Reißverschluss anzunähen, die Seitennähte zu schließen, etc. Kleiner Tipp am Rande: Nur bei Schritten, die keine allzu große Aufmerksamkeit erfordern, damit dabei keine blöden Nähfehler passieren.

IV. Tragetuch

Wenn euer Kind noch ganz klein ist und viel Körperkontakt einfordert, könnt ihr es auch mit einem Tragetuch oder einem Tragesystem probieren. Das hat bei uns nur phasenweise immer mal wieder geklappt, weil mein Sohn oft wach geworden ist, wenn ich mit ihm im Tuch gesessen habe. Aber vielleicht klappt es bei euch.

V. Feste Nähzeiten

Daneben helfen mir feste Nähzeiten. So weiß ich, dass ich sehr wahrscheinlich auch zum Nähen komme, wenn die Woche voll ist. In der Zeit kann der Partner/in, Großeltern auf die Kinder aufpassen und was mit ihnen unternehmen. Nehmt euch das nicht nur so vor, sondern tragt es fest in den Kalender ein, wie einen Arzttermin. Fangt auch an, wenn ihr erst keine Motivation verspürt. Ich kenne das, dass ich plötzlich von der Ruhe eingenommen werde und dann garnichts mehr machen möchte. Oft kommt die Motivation aber erst, wenn man dabei ist und am Ende hat es doch gut getan. Ihr könnt ja jeder Zeit wieder aufhören, wenn es so garnicht passt. Um auch herauszufinden, ob es euch gut tut, stellt euch vielleicht die Frage, wie es sich in euch anfühlt, wenn ihr erstmal dabei oder mit einem Projekt fertig seid. So lässt sich der innere Schweinehund manchmal doch noch überreden.

VI. Kind mit einbeziehen

Ihr könnt auch versuchen eure Kinder mit einzubeziehen. Lasst sie mit Stoffresten, Garnrollen (alles was sicher ist!) spielen. Mein Sohn fand es eine Zeit lang auch sehr spannend neben mir zu sitzen und von seinem Hochstuhl aus zuzugucken. Ich habe ihn dann mit Deckeln oder Garnrollen spielen lassen und hatte so manchmal eine halbe bis dreiviertel Stunde Zeit zum Nähen. Ggf. könnt ihr auch schon kleine Aufgaben abgeben, wenn euer Kind dafür reif genug ist.

VII. Erwartungsdruck

Lasst eure Erwartungen los! Das erzeugt Druck und hemmt euch. Es ist okay, wenn die Maschine mal eine oder zwei Wochen stehen bleibt. Seit gnädig und redet mit euch wie eine Freundin. Was würdet ihr dieser sagen, wenn sie sich wegen sowas fertig macht? Ein Hobby wie das Nähen soll Spaß machen und entspannen!

VIII. Im Thema bleiben

Vielleicht kennt ihr es aus anderen Bereichen. Desto mehr Zeit von etwas weg rückt, desto schwieriger fällt der Wiedereinstieg. Mir geht es da beim Nähen nicht anders. Deshalb hilft es mir, mich immer mal wieder mit dem Thema Nähen zu befassen. Das geht auch mit einem (Näh-)Podcast zum Hören, z.B. dem Frickelcast, den Schnittduett Dialogen oder dem Podcast von Nahtzugabe5cm. Linkpartys durchstöbern, Inspirationen auf Blogs und Sozialen Medien sammeln, sich die Bilder zu Projekten von anderen anschauen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Motivation aufrecht zu erhalten, indem man sich immer wieder mit den Interessen auf unterschiedliche Weise beschäftigt.

Ich freue mich wenn die ein oder andere ein paar Impulse für sich mitnehmen konnte. Vielleicht habt ihr auch noch andere Strategien für euch gefunden? Teilt sie gerne in den Kommentaren oder schreibt was von dem Beitrag euch helfen könnte.

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